MetaMorphosis

Insekten sorgen täglich für ein ökologisches Gleichgewicht und sind somit die Basis für weiteres Leben auf der Erde. Ihre Vielfalt, Schönheit und Strategien, versetzen uns ins staunen und die Menschen haben sich schon einiges von diesen Wunderwesen abgeschaut.Es gibt vieles was wir noch nicht wissen und lernen können. Besonders im Hinblick auf den erschreckenden Rückgang und das Aussterben vieler dieser wichtigen Arten. Vom sechsten Massensterben unseres Planeten, sind vor allem die Insekten betroffen. Forscher*innen sprechen von einem Jährlichen Rückgang von 2,5 Prozent. Was bedeutet das schon in wenigen Jahrzehnten 41 Prozent aller Insektenarten ausgestorben sein können. Was also ein Asteroid für die Dinosaurier war, sind die Menschen jetzt für die Insekten. Pestizide, Insektizide, Düngung, Lebensraumzerstörung, Abholzung, Globalisierung und der Klimawandel sind Ursachen des Aussterbens vieler Insektenarten. Beobachten lässt sich auch das  „Windscreen Phenomenon“ - Wenn man vor wenigen Jahren über eine Landstraßen gefahren ist, waren die Autoscheiben voll mit toten Insekten. Gegenwärtig lässt sich ein immenser Rückgang der Anzahl der Insekten beobachten. Eine Studie in Dänemark hat dieses Phänomen von 1997 - 2017 beobachtet und einen Rückgang von bis zu 80 % festgestellt. Hier muss man nicht mal Insektenforscher*in sein, denn die enormen Rückgänge sind für jeden deutlich sichtbar. Interessanterweise lässt sich heutzutage in unseren Städten eine höhere Vielfalt feststellen als auf dem Land. So ist zum Beispiel, der Honig aus dem Stadtraum reichhaltiger, da die Bienen mehr unterschiedliche Pflanzen auf kleinerem Raum vorfinden welche nicht von Pestiziden blockiert sind. Eine Lösung für einen Großteil des massiven Rückgangs, wäre nur durch eine radikale Reorientierung in der Landwirtschaft möglich, welche vom Umfang her einer Revolution gleichen müsste. Insektenforscher*innen wie  Benjamin Bembe fordern, dass Pestizide gänzlich verboten, Monokulturen und große Felder in kleinere unterschiedliche Permakulturen aufgebrochen, sowie eine Hecken - und Wildwiesenkulturen gefördert werden müssen. Auch die zu häufigen Mähgänge von Wiesen, zerstören die Lebensgrundlage und der Insekten. Das Wissen ist da, nur werden derzeit noch politisch Fehlentscheidungen und schädliche Maßnahmen ergriffen und die Bauern in einen Effizienz Zwang gebracht.
Ein weiteres Problem ist die massive Lichtverschmutzung. Diese irritiert die Insekten enorm und stört Paarungsprozesse und deren Biorhythmus. Mit den richtigen Subventionierungen für größere Wildwiesenstreifen, dem Verbot der Pestizide, der Entwicklung von Heckenschneißen und klugen Beleuchtungskonzepten, besteht die Hoffnung auf Regeneration.

Dieses Projekt hat zum Ziel das Thema und die Problematik faktisch und sinnlich zu kommunizieren, Lösungsansätzen sollen aufgezeigt werden und zum Handeln inspirieren. Eine Kombination aus den Bereichen, Kunst, Design und Wissenschaft ermöglicht den Wissenstransfer auf unterschiedlichen Wegen.
Das Projekt besteht aus einer  110km2 großen, kreisrunden Wild Wiesenfläche, einer Ausstellung der Recherche (MindMap), einem Workshop & Performance (Ritual).

Das Projekt ist im Rahmen einer Künstlerresidenz im "Sommerhause Ammersee" entstanden.